Erfahrungsbericht:


Über Facebook wurde ich von einer jungen Mutter, zwei Kinder ( 5Jahre und ca.2 Monate)
angeschrieben, ob ich Ihr bei Ihren Pferden behilflich sein könnte?


Informationsaustausch:
Wo ?
Werde ich hier nicht preisgeben.
Wie viele Pferde
drei Pferde
vierjähriger Welsh-Cop Hengst,
angeblich angeritten
zweijähriger Welsh-Cop Hengst
roh
und neunjähriger Ponywallach
unterernährt und aus angebl. schlechter Haltung
getauscht gegen eine 17jährige ausgebildete Stute
Zum Kennenlernen fuhr ich zu der jungen Frau mit den drei Pferden.
Völlig abgehetzt mit Kinderwagen kam Sie an der Koppel an.


Mein Eindruck:
Ok, ich versteh warum Sie Hilfe braucht!
Im Bezug auf die Pferde waren die Koppeln ausreichend für drei Pferde.
Der Zweijährige hatte eine extra Koppel.
Aber nur zwei Boxen in einer kleinen umgebauten Scheune. Wasserfass und Stroh unter
einen Planenunterstand..
Die junge Frau wirkte auf mich völlig hektisch und redete ununterbrochen.
Das Sie in der Hengstaufzucht tätig war und den vierjährigen Hengst für Ihre fünfjährige Tochter
zum Reiten möchte und bereits einen Sattel , Trense und Gebiss habe. Ob wir den die Sättel
aufprobieren können usw.... usw.
Da ich ein geduldiger Mensch bin und ich neugierig war, wie sich die Tiere wirklich verhalten und
bewegen, ließ ich Sie gewähren.
Die Besitzerin hatte zwei Sättel bereitgelegt, Trense und Gebiss.
Ein Sattel passte momentan, wobei ich zu bedenken gab, das ans Reiten noch nicht zu
denken sei.
Wieder hektisches Erzählen.
Er müsse aber erst noch die Schrittfolgen lernen, also erst Schritt, Trab und dann Galopp.
Ach ja na dann, dachte ich.
Eigentlich sollte man mit diesen Pferden ganz von vorne anfangen.
Halftern, Berührungen zulassen, Hufe geben , Führtraining , Bodenarbeit und Gymnastizieren.
In einer Redepause der jungen Frau, brachte ich meine Gedanken in Worte.
Sie war in diesen Moment meiner Meinung.
Nun zur Arbeit mit den Pferden:
Der vierjährige Hengst, nicht zu dick nicht zu dünn.
Was fehlte waren die Muskeln.
Er ließ sich widerstandslos aufhalftern und war auch leicht zu führen.
Allerdings bemerkte ich beim putzen, das er etwas kopfscheu und leider nicht fähig war
die Hufe zu geben zum Hufe auskratzen.
Keine Balance ! Nicht gymnastiziert.
Nun longierte ich ihn auf der kleineren Koppel und musste feststellen, das er wirklich keine
Kenntnisse von Kommandos hatte. Er stürmte sofort in Trab los und reagierte sehr schlecht auf
Stimmkommandos. Durch beruhigendes Zureden und entsprechende Handgriffe an der Longe
konnte ich ihn in Schritt bringen und dann zum anhalten. Nach 10 Minuten brach ich die Aktion ab
und testete kurz sein Führverhalten. Das war in Ordnung, er überholte nicht und benahm sich auch
sehr anständig.
Für's Erste war das genug für mich, da auch die Besitzerin ständig mit einen schreienden Baby
in der Nähe war.
Mein Versuch den neunjährigen Wallach von der Koppel zu holen, scheiterte kläglich.
Totale Berührungsangst und Angst vor den Strick am Halfter. Was haben die nur mit den
kleinen Kerl gemacht. Er kam mir vor wie in die Ecke gestellt und vergessen.
Wir machten einen neuen Termin aus und ich erklärte Ihr noch einmal, das man mit diesen
Pferden von Grund auf anfangen sollte.
Sie ließe mir freie Hand und Sie wolle das es den Pferden gut gehe, ich solle mir doch für das
nächste Mal was überlegen.
Mit den Vorsatz, Grundarbeit zu betreiben kam ich zum nächsten Termin.
Wieder eine abgehetzte, junge Mutter, völlig überfordert mit den Pferden und einen Baby.
Es lag bereits ein Sattel , Schabracke und Trense mit Gebiss bereit.
Sie möchte das der Vierjährige gesattelt und getrenst wird .
Also sattelte ich und trenste ich und Sie legte die Longe an !
Ok, dachte ich mir! Wozu eigentlich unser letztes Gespräch ???
Wahrscheinlich hat Sie meinen Gesichtsausdruck nicht gesehen, der bestimmt entsetzt war.
Da dieses Pferd noch nicht einmal die Schrittfolgen bzw. Kommandos kann, schoß der Hengst
natürlich sofort wieder in Trab und Galopp los.
Die Reaktion der Besitzerin , die nebenbei ihr Baby versorgte , ob ich den nicht weiß, dass man
Pferde erst aufwärmen muss.
Da muss ich gestehen, musste ich erst mal tief durchatmen und dann nahm ich dieses arme Tier
und führte es von der Koppel und ging Richtung Box.
Auf den Weg dorthin erklärte ich der jungen Frau , das ich nicht bereit bin so zu arbeiten.
Es gab einen Meinungsaustausch, indem ich Ihr meine Arbeitsweise und meinen Standpunkt
noch einmal erläuterte.
Sie meinte es käme wohl von unseren unterschiedlichen Reitweisen.
Wobei ich nicht der Meinung bin, den egal ob englisch oder western, ein Pferd das nicht mal die
Grundbegriffe beherrscht, gehört nicht geritten .
Sie entschuldigte sich und bat mich zu bleiben.
So richtig ernsthaft kam das aber nicht rüber und ich hatte das Gefühl sie nahm es persönlich und
wollte einfach möglichst schnell ans Ziel.
Was mir Ihre Nachricht auf Facebook auch noch bestätigte, die Sie mir hinterließ.


hallo Marion, ich hab mir jetzt wirklich den ganzen nachmittag den kopf zerbrochen. du machst
deine Sache gut. ich hab auch noch mal mit meinem mann darüber gesprochen. er meinte auch, wir
triften etwas auseinander. du bist eine nette Person und ich möchte dich nicht verärgern. ich
wünsche dir viel glück


Natürlich hatte ich auf der Heimfahrt auch diesen Gedanken schon im Kopf aufzugeben, aber mir
ging es um die Pferde.
Aber leider gibt es immer noch Menschen, die nicht kapieren wollen. Schade …......